1. Judo Club Zweibrücken 1957 e.V.

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Jasmin Külbs geht locker in die EM - Interview des Pfälzischen Merkurs

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Gutes Abschneiden würde die Chancen der Judoka auf Olympia-Start weiter erhöhen, wie sie im Interview erklärt 

Zweibrücken. Durchwachsen läuft das Jahr bislang für Jasmin Külbs. Die Judoka des 1. JC Zweibrücken hat dennoch gute Chancen auf ein Ticket für die Olympischen Spiele in Rio. Mit einem guten Auftritt am Wochenende bei der EM in Russland kann sie einen weiteren wichtigen Schritt machen. Mit Merkur-Redakteurin Svenja Hofer sprach die 24-Jährige vor ihrem Start darüber.

Frau Külbs, nach schwierigen Wettkämpfen in diesem Jahr haben Sie beim Grand-Prix im türkischen Samsun vor zwei Wochen Bronze gewonnen. Ist da der Knoten gerade noch rechtzeitig vor der anstehenden EM geplatzt?

Jasmin KülbsJa, so richtig zu erklären ist es nicht, warum es erst jetzt wieder besser gelaufen ist. Was ich in dem Wettkampf gezeigt habe, habe ich ja nicht erst an diesem Tag gelernt. Aber es hat an diesem Tag einfach vom Kopf her wieder gestimmt. Der Druck in den vergangenen Wochen des Olympia-Jahres war natürlich hoch. Auch wenn man es sich vornimmt, schafft man es dennoch nicht immer, diesen auszublenden. An dem Morgen des Wettkampfs in Samsun habe ich mich aber schon beim Aufstehen besser gefühlt.

Am Wochenende steht die Europameisterschaft im russischen Kasan an. Im vergangenen Jahr feierten Sie mit EM-Silber Ihren größten Erfolg. Mit welchem Ziel gehen Sie nun auf die Matte?

KülbsIm olympischen Jahr ist die EM wieder etwas anderes. Es wird viel taktiert. Zugleich will man sich vor den Nominierungen für Rio noch einmal gut präsentieren. Daher ist es viel schwerer. Das Gute ist, dass das auch der Verband weiß. Daher kann ich befreit in den Wettkampf gehen. Dennoch ist das Ziel, auch dieses Mal eine Medaille mitzunehmen.

Ist Ihre ärgste Konkurrentin im Kampf um den Startplatz in der Schwergewichtsklasse für die Olympischen Spiele, Franziska Konitz, bei der EM nach ihrer Verletzungspause wieder am Start?

KülbsNein, Franziska ist noch immer im Aufbautraining. Neben mir startet daher Carolin Weiß in Kasan in der Gewichtsklasse über 78 Kilogramm.

Konitz hat nun seit Beginn des Jahres keinen Qualifikations-Wettkampf mehr bestritten. Glauben Sie, dass damit bereits eine Vorentscheidung zu Ihren Gunsten in Sachen Olympia-Nominierung gefallen sein könnte?

KülbsEine kleine Vorentscheidung könnte hier natürlich schon gefallen sein. Aber sicher ist es erst dann, wenn es offiziell ist. Zudem kommt es darauf an, ob Franziska es noch schafft, einen letzten Wettkampf zu machen. 

Ein gutes Abschneiden bei der EM würde Ihnen demnach wahrscheinlich mehr Sicherheit geben? 

KülbsKlar würde eine EM-Medaille helfen. Aber jeder weiß, wie schwer das ist. Wie schwer es ist, genau in dem Moment die richtige Form zu haben, zumal man auch weiterblicken muss im Olympia-Jahr. Wichtig war daher für mich auf jeden Fall der dritte Platz von Samsun. So kann ich lockerer in die EM hineingehen. Dennoch wäre eine Medaille natürlich super fürs Selbstbewusstsein.

Wie sieht Ihr weiteres Wettkampf-Programm nach der EM aus?

KülbsIn zwei Wochen steht noch ein Grand-Slam in Baku (Aserbaidschan) auf dem Programm. Ob ich den aber wirklich noch bestreite, kommt darauf an, wie ich bei der EM abschneide und, ob Franziska Konitz noch zu dem letzten Quali-Wettkampf antreten wird.

Wann findet die offizielle Olympia-Nominierung statt?

KülbsNach den letzten QualiWettkämpfen werden die Tickets für Rio im Juni vergeben.

Sollten Sie tatsächlich eines dieser Tickets erhalten, wie sieht dann der Plan bis zu den Olympischen Spielen aus? 

KülbsEigentlich will ich daran noch nicht denken, sondern mich erst einmal auf den nächsten Wettkampf konzentrieren, bevor der Blick Richtung Rio geht. Sollte es aber wirklich klappen, dann würde ich zunächst am Höhentrainingslager in St. Moritz sowie zwei weiteren internationalen Trainingslagern teilnehmen. Dann würde die Reise nach Brasilien schon losgehen.

Hintergrund

Bis Sonntag finden im russischen Kasan die Judo-Europameisterschaften statt. In der Tatneft Arena geht der Deutsche Judo-Bund (DJB) mit neun Frauen und acht Männern an den Start. Darunter die Schwergewichtskämpferin des 1. JC Zweibrücken, Jasmin Külbs, die es am Samstag in ihrem ersten Kampf mit der Litauerin Sandra Jablonskyte (Nummer 39 der Welt) zu tun bekommt. Mit den kontinentalen Titelkämpfen geht die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele in Rio in die heiße Phase. Für die Judo-Europameisterschaften sind 164 Frauen und 236 Männer aus 45 Nationen gemeldet. red

 


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